Am letzten September-Wochenende 2019 lud der Jodelclub Sirnach zu seinen Unterhaltungs-Abenden ein. „Öpis neus“ versprach das Motto und das wollten sie sich nicht entgehen lassen, die vielen Freunde und Bekannten, die Liebhaber der Volksmusik und die Traditionsbegeisterten. Bis auf den letzten Platz war an beiden Abenden der mit leuchtenden Blumen einladend geschmückte Dreitannensaal besetzt und dieser riesige Publikums-Aufmarsch freute Präsident Ernst Sturzenegger, Dirigentin Heidy Gerber sowie die Jodlerinnen und Jodler gleichermassen.
„Öpis neus“ und das Traditionelle nicht vergessen, das haben sich die rührigen Mitglieder des Jodelclub Sirnach gesagt, als sie sich an die intensiven Vorarbeiten machten. Die Kulisse auf der offenen Bühne machte neugierig darauf, was in dem kleinen Dorf mit dem Brunnen, dem Restaurant „Sternen“, der Metzgerei und dem Bauernhof alles passieren wird. Die schöne Tradition lebte auf, als unter der Leitung von Heidy Gerber die feinen, zu Herzen gehenden Jodellieder erklangen, die fröhlichen Juchzer den Saal füllten, der Dorfbrunnen „plätscherte“ und die „Nachtbuebe“ umher schlichen. Die Alphorngruppe Hochwacht brachte ihre imposanten Instrumente zum Klingen und Josef Appert hielt die leuchtende Schweizerfahne in den Wind.
Ein lang gehegter Wunsch des Jodlers Pius Annen war es, einmal ein Singspiel aufzuführen. Mit “Öpis neus“ und der aus den eigenen Reihen neu motivierten Theatergruppe ging dieser Wunsch in Erfüllung. Text und Handlung standen fest, doch die Umsetzung verlangte grossen Einsatz und viel Zeit für die Proben – „en echte Chrampf“. Niklaus Hugentobler sorgte souverän für einen reibungslosen Ablauf, Souffleuse Sabrina Stäheli-Schenk sass in ihrem engen „Kabäuschen“ und half aufmerksam, allfällige Textaussetzer zu verhindern, Kilian Appert stellte die Personen ins richtige Licht und Martina Speck verhinderte mit Schminke und Puder glänzende Nasen.
Nach einigen Turbulenzen auf dem Bauernhof konnte schlussendlich die Lieblingssau von Bäuerin Paula, der süsse „Pascha“, vor dem Metzger Sepp gerettet werden, der Kuh gelang die Flucht, das traurige Schicksal der Hühner hatte den Vorteil, dass die knusprigen Poulets im „Sternen“ auf die Speisekarte kamen, Wirtin Vreni hatte mit dem Knecht Guschti das grosse Los gezogen und Bauer Schaggi machte mit der Lieferung von neuen legefreudigen Hühnern bei seiner Frau Paula wieder gut Wetter. Abwechslung in den ganzen Wirbel brachten das „Goofechörli“ mit ihrem „Cervelat-Klau“ und verschiedene Kleinformationen aus dem Jodelclub mit passenden Liedern, bestens begleitet von Martina und Jana Bommer mit Schwyzerörgeli und Bass. Ruhe kehrte im kleinen Ort nur für kurze Zeit ein, als die Nachwächter ihren Rundgang machten und die Lichter löschten. – Die Anstrengungen haben sich in jeder Hinsicht gelohnt. Viele spontane und herzliche Lacher, aufrichtige Dankesworte sowie tosender Applaus belohnten die Akteure auf und hinter der Bühne.
Die Pausen waren nicht nur dazu da, um die Lachmuskeln zu entspannen, sondern um sich mit Gulasch und Härdöpfelstock, mit einer Wurst vom Grill oder einem feinen Stück Torte zu stärken und den Durst zu löschen. Die Küchenmannschaft um Thomas Buff sowie ein flinkes Serviceteam stand bereit. Tief in die Lösli-Kiste zu greifen lohnte sich ebenfalls, denn man wollte doch unbedingt einen der Super-Tombolapreise ergattern.
Nach dem gelungenen Programm war tanzen angesagt. Am Freitag forderte das Trio „Churfirstengruess“ aus dem Toggenburg die Gäste auf und am Samstag griffen die „Goldlochbuebe“ aus Goldingen kräftig in die Tasten. Zwei fröhliche Unterhaltungsabende rundeten das Vereinsjahr 2019 des Jodelclub Sirnach ab und Jodlerinnen und Jodler sind sich einig, die Idee für „Öpis neus“ war ein voller Erfolg.